生平
1992年1月1日
Helnwein's poster for the theatre play "Jeanmaire" by Swiss poet and playwright Urs Widmer causes tumult in Switzerland
The police bans the poster from being displayed, the Swiss parliament discusses the scandal and the sunday-preacher of national Television dedicates his weekly sermon to condem Helnwein's painting
DISKUSSION IM SCHWEIZER BUNDESRAT ÜBER HELNWEINS PLAKAT ZU URS WIDMERS THEATERSTÜCK " JEANMAIRE"
Das Schweizer Parlament
www.parlament.ch
Réponse du Conseil Fédéral
28. September 1992
GENERAL-SKANDAL IN BERN
Der Spiegel
Kultur
21. September 1992
DER NACKTE JEANMAIRE
Schweizer Illustrierte
Coverstory
by Carl Just
14. September 1992
JEANMAIRE AU THÉÂTRE
Le Matin
Lausanne
Vincent Donzé
25. September 1992
POSTKARTE -- DER GERECHTIGKEITSBRUNNEN IN BERN, by Urs Widmer
Neue Zürcher Zeitung
NZZ FOLIO 11/92
01. November 1992
Ich habe ein Stück über Jeanmaire geschrieben und über die Schweiz im kalten Krieg. Gottfried Helnwein, ein Maler aus Österreich, hat ein Plakat dazu gemalt. Darauf sieht man Jeanmaire, den verwirrten Offizier, nackt vor dem untersuchenden Beamten, genau so, wie es ihm am 9. August 1976 geschehen ist. Ich weiss nicht, wie oft diese Methode, einem Menschen gleich zu Beginn einer Untersuchung seine Würde zu nehmen, in der Schweiz angewandt wird. Sie wurde es jedenfalls damals. Und nun sind manche empört und sagen, die Darstellung der Entwürdigung sei würdelos. Sei sogar so etwas wie Leichenfledderei, weil Jeanmaire ja zu Beginn dieses Jahrs gestorben ist. Der Bote, der die schlechte Nachricht überbringt, wird wieder einmal unter Anklage gestellt, während die schlechte Nachricht selber so ungefähr jeden unbeeindruckt liess. Das Bild löst endlich und spät jene Erregung aus, die der Wirklichkeit viel früher hätte gelten sollen.
In effigie: Wieder wird eine Diskussion auf die Bildebene verschoben, um sie nicht auf der Ebene der Wirklichkeit führen zu müssen. - Das einzige, was mich ängstige, als ich Helnweins Plakat zum erstenmal sah, war die Reaktion der Angehörigen Jeanmaires. Hätten sein Sohn und seine Lebensgefährtin nicht ihre Zustimmung gegeben, und zwar begeistert, wären sie erschrocken, verletzt, entsetzt gewesen, dann allerdings hätte auch ich gemeint, dass wir nicht mit diesem Plakat werben dürften, das verständlicherweise keinen unberührt lässt. Sein Skandal ist, meine ich, nicht das Schwänzchen, auch nicht der Brigadierhut, und nicht mal die Kombination von beidem, sondern die Wahrhaftigkeit, mit der wir einen alten Mann sehen. So sehen wir aus, so armselig, so ohne Trost. So sehen wir auch aus, wenn wir Brigadier sind.
"Ein guter Soldat"
John Le Carré
List Taschenbuch
ISBN 3-548-60391-2
Stalingrad - das war was!
von Barbara Keller
Vom distinguierten Schweizer General über den meistgehassten Landesverräter zur Spottfigur der Litfass-Säulen. Diese etwas eigen anmutende Karriere kommt dem 1977 wegen Spionage für Russland verurteilten Schweizer Exgeneral der Luftschutztruppen Jean-Louis Jeanmaire zu. Carré besuchte den 1991 noch um seine Rehabilitation kämpfenden Verfemten und bildete sich sein eigenes Bild. - Aus dem die eindrückliche Reportage "Ein guter Soldat" wurde.




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