Helnwein ( kuenstler )
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Peter Gorsen
Kunstwissenschaftler, Vienna

"Helnwein hat den "ruhig theatralischen" Verzückungsgestus seines Selbstbildnisses mit der heroischen Haltung der leidenden Sebastians-Figur verglichen und beides zum Stigma des Künstlers im 20. Jahrhundert, einer quasi religiösen Erlöserfigur, verallgemeinert.
Sein poetischer Bildtitel bringt den Betrachter zusätzlich auf die richtige Spur. Die optische Montage des modernen Künstlers als Schmerzensmann mit dem Landschaftsbild Friedrichs projiziert die gescheiterte Hoffnung der romantischen Rebellion auf die Gegenwart, auf das verinnerlichte, masochistisch gewordene Protestdenken der Moderne und ihre ästhetischen Grenzüberschreitungen.
Kehrt die Romantik wieder?
Nein, sie hat die Moderne in Wahrheit nie verlassen. Doch verengt und verinnerlicht sich ihre Rebellion in den irrationalen "Körpermetaphysiken" der zeitgenössischen Künstler auf das eigene Fleisch und Blut."


Holger Gertz
Sueddeutsche Zeitung

"Amstetten zwischen Fassungslosigkeit und Medienrummel: Ein Verlies mitten im Ort, ein Vater, der den Kindern ein Martyrium antut - wie man nun die Teile von etwas Unbegreiflichem zusammenzufügen versucht. Das Verlies von Amstetten berührt auch etwas im Innersten der Österreicher, ihre dunkle Seite, die sich spiegelt in den Gedichten ihrer Autoren. Und in den Bildern von Gottfried Helnwein, wo Menschen zu sehen sind, denen Gabeln in die Augen gedrückt werden. Oder Mädchen, denen das Blut die Beine herunterläuft. Helnweins Bilder sind Albträume, sie handeln von Verliesen in den Köpfen..."


Andreas Platthaus
Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Von jeher hat die Verwundbarkeit von Kindern im Mittelpunkt von Helnweins Schaffen gestanden. In seinem neuen, 2003 begonnenen Zyklus kommt die digitale Fotografie zu ihrem Recht, die den Aufnahmen liegender uniformierter Mädchen eine neue Qualität der Kälte verleiht. Weiß geschminkt, eine Träne im Augenwinkel und stieren Blicks starren diese Protagonistinnen eines zeitgemäßen Schlafs ins Nichts, und wie selten gelingt Helnwein dabei der Spagat zwischen Intimität und Überwältigung.
Helmweins Körperbilder haben immer Unterwerfung und Eigensinnigkeit miteinander verbinden können, ganz autonom aber sind in seinem Werk nur die Comicfiguren - als Angehörige einer anderen Welt. Die Kinder aber sollen für ihn etwas Größeres sein. "


Gisela Vetter-Liebenow
Wilhelm Busch Museum, Hannover

"Karikatur ist nach Werner Hofmann, dem ehemaligen Direktor der Hamburger Kunsthalle, "als Darstellungstyp eine sublimierte Form der Verletzung." Francisco de Goya gehört mit seinen Caprichos, besonders seinen "Desastres de la Guerra" deshalb ebenso dazu wie Käthe Kollwitz - oder Gottfried Helnwein. Die Arbeiten von Helnwein stehen aber auch in einer Linie mit den Kupferstichen eines William Hogarth. In der Mitte des 18. Jahrhunderts hat er seine "modern moral subjects", seine "modernen Sittenbilder" entworfen, die der Gesellschaft den Spiegel vorgehalten haben - und Helnwein wie Hogarth haben eine subtile Balance zwischen ästhethischer Form und erschreckendem Inhalt gefunden."


Peter Frank
Art-critic, writer

"Austrian-born and educated and now living Los Angeles, Helnwein employs a hyperrealist manner that will remind Americans of Gerhard Richter but, if anything, works to opposite effect. Rather than re-confirm post-modernist cynicism, Helnwein rekindles post-war anguish. This selection, going back more than three decades, emphasizes his preoccupation with the image of the child, from early Nitsch- and Schwarzkogler-influenced photo-actions (with the requisite bandages) to recent large portrait-like heads and depictions of Christ-child-like babes attracting odd, menacing crowds: tinged with surrealism, it’s an enduring shame and anger at the Nazi past – and the artist’s suspicion that Naziism hasn’t been eradicated."


Meisterwerke der Kunst, Isis Verlag, Schweiz

"Helnwein gehört mittlerweile zu den international populärsten Malern der Gegenwart. Seine künstlerischen Ursprünge liegen allerdings in seiner österreichischen Heimat: Mit dem Magischen Realismus Hausners verbindet ihn die ins Surreale gehende Überzeichnung des Bildgegenstandes, mit Hermann Nitsch und dem Wiener Aktionismus der Hang zur Inszenierung von Blut, Gewalt und Perversion."


Rick Poynor
Writer

" In art we can experience Holocaust at the Imperial War museum, Apocalypse in RCA, and we can just view Euguene Smith's photographs and Helnwein's amazing art within stupefaction, or we can even find ourselves attached with Tarantino's 'ironic, affectless and funny' violent images...
On one hand, the perception and cognition of reality within these images of death, dying and suffering are bound to change one's attitude, ethical and moral views, and opinions in a way where the familiarity to death is dissipated and has become submissive. It has become easier to face the idea of death. So one might argue the fact that desensitized impression is actually sensitizing. On the other hand, the artist, who chooses to exhibit and present the political and provocative images of pain as a means of catharsis in order to heal, might be bringing a new way of dealing with the issues of death, suffering and dying as in Helnwein's case."


Christoph Pridun
Wirtschaftsblatt

"Bereits während der Studienzeit entwarf er seine ersten hyperrealistischen Gemälde von verwundeten und gequälten Kindern. Diese Aktionen und Ausstellungen provozierten und riefen immer wieder Stürme der Entrüstung hervor. Eine Aussteluung musste wegen heftiger Proteste sogar abgebrochen werden. Kunstexperten verglichen diese Reaktionen mit dem Unverständnis, das Malern wie Schiele und Munch zu Lebzeiten entgegengebracht wurde."


G. Brugner-Rosenbaum
Kunstkritiker

"Dieser junge Künstler malt das lautlose Sterben voll poetischer, melancholischer Schönheit.
Fuer mich ist er gleichsam ein Handke unter den Malern, ein exakter Beobachter, der bei seinen Mitmenschen die Innenhaut nach aussen stülpt und sie somit demaskiert."


Heinz Sichrowsky
News, Vienna

"Helnwein ist eine Art Allegorie der Umstrittenheit."


Sven Hoffmann
art-photographie.de

"Endlich jemand der wirklich widerliche Kunst macht - nirgends einzuordnen - nicht angepaßt - ein Ärgernis für viele. Gratuliere!"


Alan Bamberger
art consultant, San Francisco

"One thing you can't quibble over is the overwhelming impact of Helnwein's imagery - ethereal hallucinogenic meditations you enter effortlessly into. Hang one of these whatever-you-wanna-call-it's in a room and it totally permanently dominantly dicates the mood. Not much art can do that, which is what makes Gottfried Helnwein great."


Susanne Vill
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Mozarteum, Salzburg

"Helnweins Bilder erwecken eine tiefere Angst vor sadomasochistischer Gewalt, vor Exzessen des Umgangs mit Menschen, die gequält werden, selbst quälen und dem Schrecken der Technik, der Medien oder dem Krankenhausterror ausgeliefert sind. Der Ekel, den seine superrealistischen Bilder vor allem Kranken, Abnormen, Deformierten in seiner hilflosen Auslieferung an gewaltsame Überformung auslösen, ist extremes Schockmittel im Sinne von Antonin Artauds Wirkungsästhetik.
"Malen ist sich wehren", sagt Helnwein über seine Motivation. Sein Thema der Bedrohung und Gefährdung scheint den Nerv der Zeit zu treffen, der Aufschrei, den das stumme Medium verschweigt, bricht in jedem Betrachter selbst aus und schlägt die empathische Brücke über die Grenzen von Klassen, Rassen und Kulturen hinweg."


Reinhold Misselbeck
Curator for photography and new media, Ludwig Museum , Cologne

"Gottfried Helnwein's view of reality has always been analytical, critical and even caustic.
Not without cause his art knows only enthusiasts or opponents, but no indifference. It polarises."


Klaus Honnef
Kurator für Fotografie, Rheinisches Landesmuseum, Bonn

"Helnweins künstlerische Praxis beruht auf der Erkenntnis der grundsätzlich unterschiedlichen Seinsformen von Fotografie und Malerei.
Einerseits schöpft er als einer der konsequentesten Multimedia-Künstler überhaupt die spezifischen Möglichkeiten der jeweils verwendeten Medien bis zu den Grenzen ihrer Horizonte aus - neben Fotografie und Malerei die Zeichnung und die Performance - spiegelt sie andererseits, aber auch gewissermassen ineinander, so dass sie sich gegenseitig erhellen und ihre Wirkung steigern. "


Kenneth Baker
San Francisco Chronicle

"After wincing for a while, viewers found themselves admiring Helnwein's conceptual compositions. The artist knows that images of disfigured Great War veterans provide some of the impetus for early surrealism. He slams those references against an allusion to religious martyrdom, the episode of Jesus' presentation in the Temple of Solomon, often employed in Christian art to symbolize the contrast between worldly and spiritual splendor, between sin and innocence. "


Christoph Soltmannkowski
Schweizer Illustrierte

"Seine hyperrealistischen Gemälde machten ihn zu einem der bedeutendsten Künstler der Gegenwart"


Hubertus Froning
Curator, Folkwang Museum Essen

"Wenn wir von Helnwein sagen, er habe von aussen nach innen gemalt, dann heisst das,daß seine minutiöse und bohrend-insistierende Arbeitsweise, die die geschaute Wirklichkeit brutal interpretiert, eine hinter den Dingen im Verborgenen liegende Welt aufzudecken versucht.
Aus seinem Krisenbewusstsein, aus seiner Skepsis, aus der Qual des Beunruhigtseins, erwachsen Helnwein grauenerregende Bilder, sie geraten zum Peitschenhieb gegen einen aufgesetzten Positivismus, als dessen Treibfeder Profitdenken und Materialismus unserer hochgezüchteten Wirtschaftsgesellschaft verantwortlich zeichnen.
Aus einem intellektuellen Unbehagen gegenüber einem falsch verstandenen Fortschrittsglauben wählt der Künstler die Individualisierung, die sich dem weitgehend Unbekannten der Seele zuwendet. Helnweins Trauma einer kollektivistischen Gefährdung des Einzelmenschen lässt keine neutral wiedergebbahre Bilderwelt zu. Das gewohnte Erscheinungsbild des Menschen schlägt bei ihm um in ein Spiegelbild, das sich als Spaltbild, als eine Existenzstufe schmerzvoller Zerrissenheit des Kreatürlichen entlarvt. So erweist sich die geglaubte Wirklichkeit lediglich als Teilwahrheit."


Mic Moroney
writer, art-critic, artist

"Helnwein's meticulous Irish landscapes are unashamedly aesthetic: gorgeous confections of pure, delicious spectacle. The typically epic but not inhuman scale imitates the subject matter. The tonal realism will make people go "Wow, are they paintings?" - thanks to the photorealist finish which seems free of the foibles of the human hand. Helnwein works with very small brushes - highlighting and subtly magnifying here, muting colours or creating shadows there; pushing some paintings towards momentary sleights of impressionism; and others towards seamless, burnished hyperreality.
The bird's eye view suggests a kind of superhuman vision which can simultaneously take in the entire view with breath-taking clarity, like some bionic eagle."


Cristin Leach
The Times

"...These photo-paintings appear even more real than a photograph: they are hyper-real, super-saturated depictions of the world that surrounds us, as we would like to see it. Helnwein’s landscapes offer us the world as we see it in our mind’s eye, our memories.
What is certain is that with these works Helnwein has raised the bar for artists to come with art that is groundbreaking in terms of scale, skill and vision. Painted mountains, fields and sky can never be the same again."




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