最新新闻
2014年8月22日
ORF
Presseaussendung
ORF-"Kulturmontag"-Doku "State of the Art - Stimmen zur Kunst" präsentiert
Momentaufnahme der zeitgenössischen Kunst mit Erwin Wurm, Gottfried Helnwein, Hermann Nitsch u. v. a.
1999 sorgte ein Filmprojekt bei der letzten Biennale des vergangenen Jahrtausends für Aufsehen: Robert Dornhelm stellte in einem venezianischen Palazzo den von Frank Gehry entworfenen "Confessional" auf und nahm unterschiedlichsten Persönlichkeiten aus Film, Kunst, Medien, Politik und dem "ganz normalen Leben" eine Kunstbeichte ab. Rund um dieses Projekt entstand der vom ORF geförderte Kinofilm "The Venice Project", der mit einer hochkarätigen Besetzung (Dennis Hopper, Lauren Bacall, Ed Ruscha) das Wesen der Kunst und ihren Stellenwert am Ende des Millenniums spielerisch erforschte.
Wien (OTS) - Was kann die Kunst? Brauchen wir sie wirklich? Warum lautet ihr Nachname scheinbar "Kommerz"? 15 Jahre nach Robert Dornhelms "The Venice Project", bei dem während der letzten Biennale des Jahrtausends Künstler Sammler und Galeristen zur ganz persönlichen Kunstbeichte in ein von Frank Gehry entworfenes Objekt gebeten wurden, machte der Kunstbeichtstuhl Station im Wiener Museum Belvedere. Drei Wochen im Juni und Juli stand der "Art Confessional" im historischen Marmorsaal und empfing Elite und Avantgarde des österreichischen Kulturbetriebs. Entstanden ist eine spannende Momentaufnahme der zeitgenössischen Kunst - die 45-minütige Doku "State of the Art - Stimmen zur Kunst", die ORF 2 im "Kulturmontag" am 1. September 2014 zeigt. Die Beichten des "Venice Project" sind ebenfalls am 1. September in ORF 2 zu sehen - im Anschluss um 0.00 Uhr.
Gestern, am Donnerstag, dem 21. August, wurde der Film, eine in HD hergestellte Koproduktion von ORF und Terra International Filmproduktion mit Unterstützung des Landes Niederösterreich, der Stadt Wien, des Fernsehfonds Austria und der Sammlung Lenikus, im Wiener Novomatic Forum präsentiert. Zahlreiche Künstler, die im Film von Barbara Heraut und Nadia Weiss mitwirken, waren anwesend, darunter Gottfried Helnwein, Karl Merkatz und Robert Dornhelm und ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz, der ebenfalls eine Kunstbeichte ablegte.
ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "Als kultureller Content-Leader an Weiterentwicklung des Kulturbegriffs mitgestalten"
"Es gehört zum Selbstverständnis des ORF, nicht nur ausführlich über das reichhaltige Kulturgeschehen in Österreich zu berichten, sondern als kultureller Content-Leader an maßgeblicher Stelle die Weiterentwicklung des Kulturbegriffs mitzugestalten. Deshalb ist es so logisch wie willkommen, dass wir den 15. Jahrestag des legendären 'Venice Project' für eine aktuelle Bestandsaufnahme nützen und mit 'State of the Art' erneut eine Plattform bieten, auf der namhafte Künstler/innen bzw. Kulturvermittler/innen ganz intim über Gegenwart und Zukunft der Kunst sinnieren können. Herausgekommen ist eine spannende Metadoku, die hinter die Kunst und den Kunstmarkt blickt, eine Doku, in der Künstler ihre Theorie der Ästhetik offenbaren."
Von "The Venice Project" zu "State of the Art - Stimmen zur Kunst"
1999 sorgte ein Filmprojekt bei der letzten Biennale des vergangenen Jahrtausends für Aufsehen: Robert Dornhelm stellte in einem venezianischen Palazzo den von Frank Gehry entworfenen "Confessional" auf und nahm unterschiedlichsten Persönlichkeiten aus Film, Kunst, Medien, Politik und dem "ganz normalen Leben" eine Kunstbeichte ab. Rund um dieses Projekt entstand der vom ORF geförderte Kinofilm "The Venice Project", der mit einer hochkarätigen Besetzung (Dennis Hopper, Lauren Bacall, Ed Ruscha) das Wesen der Kunst und ihren Stellenwert am Ende des Millenniums spielerisch erforschte.

Dornhelms prominent besetzte Zeitreise (1699 bis 1999) rankte sich episodisch um das Gefüge von Künstlern und Kunsthandel, Förderern, Kritikern und Zensoren. Die Protagonisten wurden dafür im Beichtstuhl frontal vor eine Kamera gesetzt und mit ihren Monologen und Aktionen alleine gelassen. Wünsche, Hoffnungen, Ängste offenbarten sich in dieser intimen Situation.

Seitdem hat sich die Welt dramatisch verändert - doch damals und heute geht es um dieselbe Frage: "Wohin geht die Kunst?" Wie wirken die damals teils nicht veröffentlichten "Beichten" heute? Welche neuen Ein- und Ausblicke offenbaren sich in neuen "Beichten"?

Was hat sich seit der Jahrtausendwende geändert?

In der ORF-"Kulturmontag"-Doku "State of the Art - Stimmen zur Kunst" begeben sich am Montag, dem 1. September, um 22.30 Uhr in ORF 2 die Regisseurinnen Barbara Heraut und Nadia Weiss, die u. a. 1999 die Making-of-Doku zum "Venice Project" drehte, auf eine Spurensuche und Weiterführung des einstigen "Venice Project". Für "State of the Art -Stimmen zur Kunst", so der Titel der High-Definition-Koproduktion von ORF und Terra International Filmproduktion mit Unterstützung des Landes Niederösterreich, der Stadt Wien, des Fernsehfonds Austria und der Sammlung Lenikus, wurde der "Confessional" im Marmorsaal im Oberen Belvedere aufgebaut. Dort (und an weiteren Orten, an denen der Beichtstuhl aufgebaut war) legten prominente Künstler, Kunstsammler und Vermittler ihre Kunstbeichten ab - u. a. Erwin Wurm, Hermann Nitsch, Gottfried Helnwein, Arnulf Rainer und Karl Merkatz, die Hollywoodstars Nicole Kidman und George Clooney, weiters Gunter Damisch, Deborah Sengl, Christian Eisenberger, Les Tardes Goldscheyder, Francesca Habsburg, Künstlergruppe Gelitin, Helge Timmerberg, Agnes Husslein und Alexander Wrabetz.

Chor der "Stimmen zur Kunst"

Die Geständnisse im Marmorsaal des Belvedere kreisen erstaunlich oft um das liebe Geld und die Industrialisierung des Kunstmarktes. "Ich hasse den Kunstmarkt. Die Kunst hat sich zu einer Welt entwickelt, die nur nach kommerzieller Stärke urteilt und von Galerien und Auktionshäusern getrieben wird. Die Welt der Philanthropie ist hingegen zum großen Teil missverstanden oder vergessen", so etwa Mäzenin Francesca Habsburg. Künstler, die ihr Metier immer noch als einziges Überlebens-Mittel sehen, beziehen sich indessen nicht auf den schnöden Mammon. So meint Erwin Wurm: "Das Leben ist der Einsatz und man opfert auch alles dieser Idee der Kunst, was auch immer das ist. Im Laufe eines Lebens, im Laufe einer Künstlerkarriere stellt sich erst heraus, wie langsam sich das entwickelt. Das ist wie ein Blindflug, auf den man sich da einlässt. Ohne Ausgang."

Ein abgeklärter Hermann Nitsch überrascht mit Pragmatismus: "Es wäre naiv zu glauben, dass man als Künstler etwas verändert. Man verändert vielleicht insofern etwas, dass ein gewisser Gewöhnungseffekt eintritt. Auf die Bilder der Impressionisten sind die Menschen mit Regenschirmen und Spazierstöcken losgegangen. Heute hängen sie in jedem Arzt-Wartezimmer."

So ist ein Chor der "Stimmen zur Kunst" entstanden, eine Momentaufnahme, die mit pointierten Aussagen um die Themen Show, Macht, Sex, Tod und Geld kreist.





返回最前