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2004年7月12日
Westdeutsche Zeitung
Lars Wallerang
Schumanns-Oratorium-Das-Paradies-und-die-Peri-Der-Himmel-kann-nicht-warten
Schumanns Oratorium: "Das Paradies und die Peri" - Der Himmel kann nicht warten
Gregor Seyffert, Gottfried Helnwein und die Düsseldorfer Symphoniker führen in der Tonhalle Schumanns Oratorium "Das Paradies und die Peri" auf.
Während die Düsseldorfer Symphoniker, der Städtische Musikverein zu Düsseldorf und die Gesangssolisten unter der Leitung von GMD John Fiore eine wackere Aufführung auf die Beine stellen, kommentieren Seyffert, der auch die Tanz-Rolle der Peri übernimmt, und der Bildkünstler Gottfried Helnwein das Geschehen mit kraftvollen, teils verstörenden Szenen. Die Tonhallen-Kuppel dient als Himmelssphäre, das überbaute Parkett wird zur Menschenbühne. Ein illuminierbarer weißer Reifen ist Wolkenloch und Himmelspforte, auf dessen Rand Edens Wächter die Stellung halten. Über eine Videoleinwand hinter dem kostümierten und maskierten Chor flimmern Helnweins stilisierte, teils surreale Bilder. Blut fließt, rinnt oder spritzt, nicht aber wie beim Massaker, sondern als abstrakte rote Flüssigkeit. Es quillt auch aus zwei im Kuss vereinten Kindermündern.
Düsseldorf. Musikalisch geht Peri auf im Jubelchor als fest integrierter Bestandteil der Himmlischen. Szenisch hängt das zwischen Himmel und Erde irrende Wesen zum selben Zeitpunkt regungslos in der Luft, ja nach Verklingen des letzten Akkordes stürzt Peri abermals in den Abgrund.
Der Tänzer und Choreograf Gregor Seyffert visualisiert eine atheistische Deutung des von Robert Schumann zum Oratorium geformten Erlösungsmärchens "Das Paradies und die Peri". Die aus Thomas Moores (1779-1852) "Lalla Rookh" stammende Dichtung vom Sündenkind, das nur mit "des Himmels liebster Gabe" in Händen aufgenommen wird in den paradiesischen Kreis, fokussiert das Phänomen der aufrichtigen Reue und ihrer Tränen. Dieses Nass ist Peris Fahrausweis ins Paradies.
Während die Düsseldorfer Symphoniker, der Städtische Musikverein zu Düsseldorf und die Gesangssolisten unter der Leitung von GMD John Fiore eine wackere Aufführung auf die Beine stellen, kommentieren Seyffert, der auch die Tanz-Rolle der Peri übernimmt, und der Bildkünstler Gottfried Helnwein das Geschehen mit kraftvollen, teils verstörenden Szenen.
Die Tonhallen-Kuppel dient als Himmelssphäre, das überbaute Parkett wird zur Menschenbühne. Ein illuminierbarer weißer Reifen ist Wolkenloch und Himmelspforte, auf dessen Rand Edens Wächter die Stellung halten. Über eine Videoleinwand hinter dem kostümierten und maskierten Chor flimmern Helnweins stilisierte, teils surreale Bilder. Blut fließt, rinnt oder spritzt, nicht aber wie beim Massaker, sondern als abstrakte rote Flüssigkeit. Es quillt auch aus zwei im Kuss vereinten Kindermündern.
All dies packt und erregt, bringt aber auch viel äußere Unruhe mit sich. Der choreografische Kommentar schiebt sich vor jede Chance zur inneren Anschauung. Dass in manchen Passagen unfreiwillige Komik entsteht, gefährdet den beträchtliche Fallhöhe besitzenden Symbol-Bau. Einige Soundeffekte aus dem Lautsprecher perforieren zudem öfters die Musik. Trotz allem gestaltet sich die Inszenierung durchgängig aufregend.
Seyffert verkörpert Peri expressiv als leidendes und ewig suchendes Geschöpf. Selbst die letztendliche Erlösung erscheint hier ja in Frage gestellt. Und wenn Peris verklärter Leib beim Frohlocken des Chores und auch noch während des jubelnden Applauses leblos am Stahlseil hängt, entfaltet dies beklemmende Wirkung.
Zu loben sind der perfekt vorbereitete Düsseldorfer Musikverein, der mit Souveränität vokale wie szenische Aufgaben erfüllt. Auch John Fiore und das Orchester musizieren spannungsvoll.
Unter den Gesangssolisten blitzen viele glanzvolle Stimmen hervor. Sopranist Jörg Waschinski (Peri) verblüfft zwar durch seinen sehr weiblich wirkenden Männer-Sopran, doch klingt er in der großen Frauen-Partie wie eine überforderte Sängerin. Stimmliches Highlight: die Mezzosopranistin Alison Browner (Engel, Alt-Solo).
* Weitere Vorstellungen: 12. bis 14. Juli, jeweils 20 Uhr, Karten unter Telefon 0180/56 44 332
On the set for "Das Paradies und die Peri"
2004




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